In Griechenland herrschen derzeit außergewöhnliche Wetterbedingungen. Temperaturen bis zu 46 Grad belasten Bevölkerung und Touristen gleichermaßen. Antike Stätten werden zeitweise geschlossen, es gelten Arbeitsverbote im Freien. Die aktuelle Hitzewelle zählt zu den intensivsten seit Jahrzehnten – mit deutlichen Auswirkungen auf den Alltag, die Gesundheit und den Tourismus im Land.
Inhaltsverzeichnis:
- Akropolis und andere Sehenswürdigkeiten in Athen geschlossen
- Athen sperrt Arbeit im Freien – Gefahr für Touristen
- Die Lage auf Urlaubsinseln wie Mykonos und Santorini
- Hitzewellen nehmen zu – Erinnerung an 1987
- Rechtliche Fragen und Tipps für Reisende
- Gesundheitsrisiko - So erkennen Sie einen Hitzschlag
Akropolis und andere Sehenswürdigkeiten in Athen geschlossen
Am Mittwochmittag blieben die Tore der Akropolis verschlossen. Das Ehepaar Michael und Sofia Pappas aus Australien stand vor dem Wahrzeichen der griechischen Hauptstadt – vergeblich. Viele antike Sehenswürdigkeiten wie der Tempel des Zeus, die Hadrians-Bibliothek oder die römische Agora sind zwischen 12 und 17 Uhr für Besucher nicht zugänglich. Der Grund: Der Schutz der Besucher und der Mitarbeitenden bei über 40 Grad in der prallen Sonne.
Auch am Freitag sollen diese Einschränkungen weiter gelten. Meteorologen rechnen an diesem Tag mit dem Höhepunkt der Hitzewelle. Eine Abkühlung wird frühestens am Montag erwartet. Besonders betroffen war die Stadt Amfissa nahe Delphi mit gemessenen 44 Grad, für Freitag werden dort 46 Grad vorhergesagt.
Athen sperrt Arbeit im Freien – Gefahr für Touristen
Im Stadtzentrum Athens wurden mit Wärmebildkameras am Mittwoch 60 Grad Oberflächentemperatur auf dem Asphalt registriert. Das griechische Arbeits- und Sozialministerium verhängte daraufhin ein Arbeitsverbot im Freien zwischen 12 und 17 Uhr – unter anderem für Bauarbeiter, Landwirte, Paketzusteller, Müllabfuhren sowie Fahrrad- und Motorradkuriere.
Besonders alarmierend ist die Situation für Touristen. Bereits 5 Urlauber sind diesen Sommer durch die Hitze ums Leben gekommen. Einer von ihnen war der britische Fernsehmoderator Michael Mosley. Viele unterschätzen die Belastung durch die Hitze, besonders bei sportlichen Aktivitäten oder Wanderungen.
Wichtige Hinweise für Reisende:
- Vermeiden Sie Aufenthalte im Freien zwischen 12 und 17 Uhr
- Trinken Sie ausreichend Wasser, meiden Sie Alkohol
- Nutzen Sie klimatisierte öffentliche Gebäude
- Sonnenschutz auftragen und Kopfbedeckung tragen
Die Lage auf Urlaubsinseln wie Mykonos und Santorini
Trotz der Rekordhitze gibt es Unterschiede je nach Region. Beliebte Inseln wie Mykonos, Paros oder Santorini verzeichnen mildere Temperaturen. Auf Mykonos werden 31 Grad, auf Paros 33 und auf Santorini 34 Grad erwartet. Der kühlende Seewind der Kykladen sorgt hier für Erleichterung.
Auf Rhodos, Kos, Kreta und Korfu sind hingegen 37 bis 39 Grad prognostiziert. Dennoch bleiben diese Werte unter dem Niveau, das in Städten wie Athen, Chalkida oder Sparta gemessen wird. Dort liegen die Höchstwerte regelmäßig über 42 Grad.
Temperaturübersicht der betroffenen Regionen (Mittwoch, 23. Juli):
| Region | Maximaltemperatur (°C) |
|---|---|
| Amfissa | 44 |
| Chalkida | 42 |
| Orestiada | 42 |
| Kilkis | 42 |
| Sparta | 42 |
| Athen | 42 |
| Santorini | 34 |
| Paros | 33 |
| Mykonos | 31 |
Hitzewellen nehmen zu – Erinnerung an 1987
In Griechenland halten Hitzewellen immer länger an. Seit 2021 erlebte das Land jeden Sommer Hitzeperioden von über 10 Tagen. 2024 ist mit bisher 16 Tagen die längste Hitzewelle der Geschichte zu verzeichnen. Damals kletterte das Thermometer auf 43 Grad – aktuell werden 46 Grad erwartet. Die Sternwarte Athen spricht von einer „beunruhigenden Entwicklung“.
Viele ältere Griechen fühlen sich an den Juli 1987 erinnert, als über 800 Menschen starben und ganze Stadtteile Athens ohne Wasser auskommen mussten. Der heutige Unterschied: Mehr Wohnungen haben Klimaanlagen, und es gibt mehr Schutzmaßnahmen.
Rechtliche Fragen und Tipps für Reisende
Ein kostenloser Rücktritt vom Urlaub ist bei Hitze rechtlich nicht vorgesehen, da Temperaturen über 40 Grad in Südeuropa im Sommer nicht als außergewöhnlich gelten. Anders ist es bei tatsächlichen Mängeln am Urlaubsort, etwa wenn der Pool defekt oder die Klimaanlage ausgefallen ist.
Mögliche Gründe für Preisminderungen:
- Leere Pools
- Defekte Klimaanlagen
- Nicht funktionierende Infrastruktur
In solchen Fällen wird empfohlen:
- Mängel sofort bei Reiseleitung melden
- Fotos der Mängel machen
- Dokumentation aufbewahren
Waldbrände gelten hingegen als außergewöhnlicher Umstand. Wenn sie die Reise konkret beeinträchtigen, kann diese kostenlos storniert werden. Reine Angst oder diffuse Sorge reicht dabei nicht aus.
Gesundheitsrisiko - So erkennen Sie einen Hitzschlag
Bei extremen Temperaturen besteht die Gefahr eines Hitzschlags. Die Symptome laut Deutschem Roten Kreuz:
- Erhöhte Körpertemperatur
- Trockene, heiße Haut
- Schneller Puls
- Erschöpfung, Übelkeit
- Schwindel und Halluzinationen
Im Notfall:
- Betroffene an einen kühlen Ort bringen
- Körper mit feuchten Tüchern kühlen
- Nur bei Bewusstsein Flüssigkeit geben
- Bei Bewusstlosigkeit stabile Seitenlage anwenden
- Sofort Notruf 112 wählen
Wichtig: Die griechische App „mAIGreece“ kann in Notfällen ebenfalls helfen. Sie bietet eine direkte Notruffunktion sowie Warnhinweise.
Die Behörden gehen davon aus, dass die Hitze im August und September überdurchschnittlich hoch bleibt. Ein Ende der Hitzewelle ist aktuell nicht in Sicht. Wer Griechenland in dieser Zeit besucht, sollte alle Vorsichtsmaßnahmen ernst nehmen und sich regelmäßig über lokale Warnungen informieren.
Quelle: Reise Reporter
Ich bin , Absolventin der Hochschule für Musik Nürnberg, und meine Mission ist es, Musik und Stadtgeschehen sichtbar zu machen.