Das Herbstvolksfest in Nürnberg bringt jedes Jahr Tausende Besucherinnen und Besucher auf den Volksfestplatz. Fahrgeschäfte, Essensstände und Buden sorgen für Unterhaltung. Zum ersten Mal gibt es jetzt eine feste Kinderbetreuung für die Familien der Schaustellerinnen und Schausteller. Damit verändert sich der Alltag vieler Eltern, die bisher ihre Kinder parallel zur Arbeit versorgen mussten.
Inhaltsverzeichnis:
- Katharina und Michael Maisel im Alltag der Schausteller
- Arbeiterwohlfahrt Nürnberg organisiert Angebot
- Kosten und Zukunftspläne
- Eindrücke der Betreuenden
Katharina und Michael Maisel im Alltag der Schausteller
Die Familie Maisel betreibt den Schlemmer Express Maisel. Für sie war die Kinderbetreuung ein entscheidender Fortschritt. Ihre Tochter verbringt die Tage im Betreuungscontainer statt zwischen Stand und Küche. Dort spielt sie mit anderen, malt und bastelt. Die Einrichtung ist von 13 bis 19 Uhr geöffnet. Damit passt sie sich an die Arbeitszeiten der Schaustellerinnen und Schausteller an.
Früher mussten die Maisels ihre Tochter in einen regulären Kindergarten bringen. Die Zeiten dort kollidierten jedoch mit den Hauptarbeitsstunden auf dem Festplatz. Durch die neue Lösung können die Eltern entspannter arbeiten und ihre Tochter fühlt sich wohler.
Arbeiterwohlfahrt Nürnberg organisiert Angebot
Die Arbeiterwohlfahrt Nürnberg (AWO) übernahm die Organisation der Betreuung. Anne Klinger, Bereichsleiterin der Kindertageseinrichtungen, erklärt, dass das Projekt kurzfristig entstanden sei. Ein Container mit Außenfläche, Trampolin und Hüpfburg wurde aufgestellt. Der Schaustellerverband stellte das Material, die AWO sammelte Spielzeug und Ausstattung aus bestehenden Einrichtungen.
Im Container spielen Kinder mit Knete, malen Bilder und hören Geschichten. Jedes Kind trägt ein Papierarmband mit Namen. Ein Team aus vier bis fünf Mitarbeitenden kümmert sich täglich um etwa 20 Kinder im Alter von zwei bis neun Jahren.
Kosten und Zukunftspläne
Die Betreuung ist kostenpflichtig. Für drei Wochen fallen 500 Euro pro Kind an. Staatliche Unterstützung gibt es nicht, die AWO deckt so ihre Ausgaben. Trotz höherer Kosten wird das Angebot gut angenommen.
- ab 2028 Nutzung von Räumen in der Kongresshalle
- Aufbau eines Angebots für Schulkinder
- Einrichtung eines Jugendtreffs für Jugendliche
Damit soll die Betreuung langfristig erweitert und gesichert werden.
Eindrücke der Betreuenden
Die Mitarbeitenden der AWO beschreiben die Kinder als aufgeschlossen. Betreuerin Miri betont, dass sie entspannter und freier seien als in Kindergärten. Auch Casandra, eine AWO-Springerin, sieht Unterschiede: Die Kinder hätten eine niedrigere Hemmschwelle und seien schnell integriert.
Die ersten Erfahrungen zeigen, dass das Projekt gut funktioniert. Auch Kinder, die sich anfangs schwer taten, gewöhnten sich rasch ein. Damit ist die neue Einrichtung ein wichtiger Baustein für Schaustellerfamilien in Nürnberg.
Quelle: NORDBAYERN, YouTube
Ich bin , Absolventin der Hochschule für Musik Nürnberg, und meine Mission ist es, Musik und Stadtgeschehen sichtbar zu machen.